Helmholtz Zentrum München<br/ >Institut für Diabetesforschung

Schwerpunkte und Ziele

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Pathogenese und Prävention von Typ-1-Diabetes und Gestationsdiabetes. Dazu untersucht es die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung, insbesondere das Zusammenspiel von Umwelt, Genen und Immunsystem. Ziel ist unter anderem die Entwicklung von Therapien zur Prävention und Heilung von Diabetes.

Die Fr1da-Studie

Mit der Fr1da-Studie geht Bayern einen neuen Weg der Diagnose und Therapie des Typ-1-Diabetes. Auf Initiative des Instituts für Diabetesforschung startete diese erste flächendeckende Typ-1-Diabetes-Früherkennungsstudie im Jahr 2015 unter der Schirmherrschaft der bayerischen Gesundheitsministerin, Melanie Huml. Mit der Fr1da-Studie wird allen Kindern zwischen zwei und fünf Jahren in Bayern eine kostenlose Untersuchung zur Früherkennung des Typ-1-Diabetes angeboten. Ziel ist es, durch eine frühe Diagnose die betroffenen Kinder frühzeitig und bestmöglich zu behandeln (www.fr1da-studie.de). Das bayerische Pilotprojekt Fr1da lieferte die Vorlage für die Fr1dolin-Studie in Niedersachsen.

Kinder mit der frühen Diagnose eines Typ-1-Diabetes erhalten die Möglichkeit,  an Studien zur Prävention des Typ-1-Diabetes teilzunehmen. Vorrangiges Ziel ist die Entwicklung einer Impfung beziehungsweise Desensibilisierung gegen Diabetes bei Kindern. Hier liegt die Federführung einer Reihe von Studien beim Institut für Diabetesforschung, wie zum Beispiel den Studien  Pre-POINTearly und  Fr1da-Intervention (www.typ1diabetes-verhindern.de) sowie PINIT.

Aber auch die Identifizierung von Markern zur frühen Diagnose ist ein essentieller Forschungsschwerpunkt des Instituts. So ist es gelungen, einen Test zur Identifizierung des Typ-1-Diabetes-Risikos bei Neugeborenen zu entwickeln.  Er wird seit August 2016 im Rahmen der Freder1k-Studie allen Neugeborenen in Sachsen zusammen mit dem regulären Neugeborenen-
screening angeboten (www.gppad.org). Das durch die Münchner Forscher initiierte Projekt untersucht in einer Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Partnern Säuglinge auf das Vorhandensein bestimmter Risikogene für Typ-1-Diabetes.  Auch diese Kinder profitieren dann von weiteren Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.

Struktur und Partner

Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC) und vereint unter der Direktion von Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler die Forschergruppe Diabetes, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München (TUM) und die Forschergruppe Diabetes e. V. am Helmholtz Zentrum München in sich. Es kooperiert mit internationalen Partnern wie dem TrialNet-Konsortium und zählt zu den Initiatoren der europäischen Präventionsinitiative für Typ-1-Diabetes GPPAD (Globale Plattform zur Prävention des Autoimmunen Diabetes; www.gppad.org).

Prof. Ziegler hat den Lehrstuhl für Diabetes und Gestationsdiabetes (TUM) inne und praktiziert als Diabetologin in der Diabetesambulanz am Klinikum rechts der Isar.

Helmholtz Zentrum München

Das Helmholtz Zentrum München ist das Deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Es erforscht das Entstehen von Volkskrankheiten im Kontext von Umweltfaktoren, Lebensstil und individueller genetischer Disposition und entwickelt neue Ansätze zur Prävention, Diagnose und Therapie. Besonderen Fokus legt das Zentrum auf die Erforschung des Diabetes mellitus und chronischer Lungenerkrankungen. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter. Als Forschungseinrichtung des Bundes und des Freistaats Bayern ist es Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.
(www.helmholtz-muenchen.de)